Inneres brodeln

Donnerstag, 8. August 2019 - Michael M.


"Wenn doch nur dieser Mensch anders wäre, dann hätte ich endlich meinen Frieden."

So oder so ähnlich haben sie bestimmt auch schon mal gedacht. Ein Arbeitskollege hat seit Jahren die gleichen Marotten und er will sie einfach nicht sein lassen. Da sie nicht in der Lage sind, ihn in einem normalen Ton darum zu beten, das zu unterlassen, was sie stört, platzt es irgendwann aus ihnen heraus. Sie werden beleidigend und vielleicht sogar verletzend aber sie können nicht mehr anders. Über einen langen Zeitraum haben sie unter dem Verhalten ihres Arbeitskollegen gelitten und dabei wusste der wahrscheinlich nicht einmal von seinem "Fehler".

Nachdem nun die Bombe geplatzt war, ist er doch tatsächlich so gütig und unterlässt das sie störende Verhalten. Sie glauben nun endlich zufrieden sein zu können. Die Arbeit wird ihnen jetzt sicherlich mehr Spaß machen, schließlich ist das nur außen existierende Problem nun gelöst, oder doch nicht?

Ein paar Wochen später kommt ein neuer Arbeitskollege in die Firma. Er scheint nett zu sein doch schon nach wenigen Stunden ist ihnen klar, dass dieser Mensch die mit Abstand nervigste Stimme der Welt haben muss. Nach wenigen Tagen haben sie sich so auf seinen "Missstand" eingeschossen, dass sie schon beim in die Arbeit fahren daran denken müssen.

Was nun? Kündigen? Den Kollegen bitten seine Stimme zu wechseln?

Weder noch. Wahrscheinlich haben sie bereits gemerkt worauf dieser Beitrag abzielt. Die Fähigkeit Menschen zu akzeptieren wie sie sind ist ein zentrales Talent, was vielen Menschen fehlt. Sie können unmöglich die ganze Welt so ändern, bis alles ihren Wünschen entspricht. Die einzige Möglichkeit, die ihnen bleibt, zumindest wenn sie nicht wahnsinnig werden wollen, ist, die Welt zu nehmen wie sie ist. Dazu gehören vor allem die Menschen aber auch Situationen. Es ist, wie es ist.

Leider glauben sie häufig (unbewusst), dass ihre Negativität einer Situation oder Person gegenüber diese ändern könnte. Das ist aber ein Irrglaube.

Heißt das, dass sie ab sofort völlig passiv ohne jeglichen Eigenantrieb dahinleben sollten wie ein Blatt im Wind? Sicherlich nicht. Sie sollten jedoch wissen, was sie ändern können und was nicht und was sie ändern können sollten sie so schnell wie möglich anpacken. Anpacken bedeutet handeln. Handeln ist aber nicht grübeln.

"Zu viel denken ist wie schaukeln, man ist zwar beschäftigt, aber man kommt keinen Meter vorwärts."

Können sie nichts an der Situation verändern dann nehmen sie sie vollständig an. Wünschen sie sich nicht es wäre anders, das wäre Wahnsinn.

Das Unglück entsteht nicht durch Situationen oder Menschen. Es entsteht durch unsere Interpretation davon. Regen an sich ist nicht schlecht oder gut. Er ist relativ zum Subjekt, das heißt z. B. zu ihnen. Sie erzeugen die Wertung, sie erzeugen die Polarität.

Wenn sie so geschmeidig leben, verliert sich das innere Brodeln. Es gibt keinen Grund mehr für Negativität. Sie wissen was in Ihrer Macht steht und was nicht dazu zählt, akzeptieren sie als Teil ihrer Lebenssituation.

Ich bin weder Arzt noch Heilpraktiker. Als psychologischer Berater stelle ich keine Diagnose und biete keine medizinische Therapie an. Ich kann Sie nur beratend begleiten und dabei auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Heilpraktiker, wenn Sie eine fachkundige medizinische Behandlung suchen.