Mittagstief

Sonntag, 4. August 2019 - Michael M.


Ein Szenario, das den meisten Menschen bekannt sein dürfte: Sie sind den Vormittag über ihrer Arbeit nachgegangen. Nach dem Mittagessen, es gab Putenschnitzel mit Reis und Sauce, wollen sie dort weiter machen, wo sie aufgehört hatten. Mühsam kommen sie in die Gänge, die Klarheit vom Vormittag scheint durch eine dicke Wolkenschicht ersetzt worden zu sein, die jetzt gerade durch ihren Kopf zieht. Sie können kaum geordnete Gedanken fassen. Es fällt ihnen schwer bei der Sache zu bleiben, dauernd lenken sie völlig nebensächliche Dinge ab. Als sie bemerken, wie sehr sie gerade mal wieder neben der Spur sind, regt es sie auf. Sie bekommen schlechte Laune, weil nichts vorwärtsgeht und sie sich einfach nur etwas mehr Konzentration wünschen ...
Was verursacht dieses Mittagstief und was kann man konkret dagegen tun?

Kohlehydrate, in egal welcher Form, werden zu Einfachzucker aufgespalten. Diese werden über die Blutbahnen in die Zellen geschleust. Dort gewinnen Mitochondrien aus ihnen Energie.

Da Zucker im Blut Eiweiße zerstören kann, versucht der Körper schnellstmöglich die großen Mengen Zucker (Reis) aus dem Blut in die Zellen zu befördern. Dazu stößt er entsprechend viel Insulin aus, weil das die Zellen für den Zucker öffnen muss. Heißt also: Auf jeden rasanten Blutzuckeranstieg folgt ein starker Insulinausstoß.

Dieser bewirkt ein rasches Absacken des Blutzuckers, indem das Insulin den Zucker aus dem Blut in die Zellen schleust. Für eine kurze Zeit entsteht nun in den Zellen Energie für das Gehirn und weitere Organe. Ist diese jedoch aufgebraucht, fühlt man sich träge, matt und unkonzentriert. Das Gehirn hat keine Energie mehr um ordentlich zu funktionieren.

Wie können sie diesen Mechanismus umgehen?
Lassen Sie die Beilage (Kohlehydrate) beim Mittagessen weg.

Bekommt der Körper größtenteils Fette und Eiweiße als Energielieferant, kann er viel länger und gleichbleibender davon zehren. Fette und Eiweiße werden nicht so schnell verstoffwechselt wie Kohlehydrate. Sie haben dadurch ein gleichbleibenderes Energieniveau was sich positiv auf körperliche und geistige Aktivitäten auswirkt.

Übrigens zählt dieser Effekt natürlich auch für das Frühstück. Ein kohlehydratreiches Frühstück z. B. mit Brot und Honig, Zucker für den Café ist die perfekte Voraussetzung für den morgendlichen Gehirnnebel. Ein paar Mandeln oder gar kein Frühstück wären da schon sinniger, zumal es die Fastenzeit verlängert, wenn sie das Frühstück ausfallen lassen.

Probieren sie es einfach aus dann werden sie sehen, ob es für sie funktioniert oder nicht.


Ich bin weder Arzt noch Heilpraktiker. Als psychologischer Berater stelle ich keine Diagnose und biete keine medizinische Therapie an. Ich kann Sie nur beratend begleiten und dabei auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Heilpraktiker, wenn Sie eine fachkundige medizinische Behandlung suchen.